Nslu2
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Bei der NSLU2 (oder Umgangssprachlich Slug, Schnecke) handelt es sich um ein NAS-Gerät für den privaten Anwender. Hergestellt wird es von der Fa. Linksys der Cisco-Gruppe. Der Name bedeutet Network Storage Link for USB 2.0.
Ursprünglich dafür gedacht, USB-Festplatten per Samba oder FTP im Netz zur Verfügung zu stellen kann sie Nslu2 mit veränderter Firmware deutlich mehr.
Aufgrund der Möglichkeit, auf der NSLU2 ein alternatives Linux zu installieren und sie so in einen vollwertigen Server zu verwandeln, besitzt sie eine große Fangemeinde.
Die Installation des neuen Betriebssystem erfolgt durch sog. Flashen der Firmware. Das Rückspielen der Originalfirmware ist in der Regel möglich.
Eine neue NSLU2 ist im Handel für ca. 75 - 90 Euro erhätltlich (02/2007). Gebrauchte erzielen bei Internethändlern fast die identischen Preise.
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Hardware
In dem kleinem Gehäuse befindet sich das Mainboard mit einem ARM-Prozessor von Intel (XScale IXP420). Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt 32 MB RAM, für das Betriebssystem steht 8 MB Flashspeicher zur Verfügung. Das Gerät besitzt zwei USB-Anschlüsse sowie einen 100 MBit Netzwerkanschluss. Zusätzlich ist eine RS232-Schnittstelle vorhanden, welche allerdings nicht nach außen geführt ist.
Es existieren derzeit zwei Varianten der NSLU2. Anfangs wurde die CPU mit 133 MHz getaktet, neuere Geräte laufen mit 266 MHz. Durch sog. De-Underclocking, das Entfernen des SMD-Widerstandes r83 kann die Taktfrequenz älterer Varianten von 133 MHz auf 266 MHz gefahrlos erhöht werden (allerdings erlischt die Garantie). Die CPU ist bei beiden die Gleiche und laut Datenblatt auf 266 MHz ausgelegt.
Der Hauptspeicher der Nslu2 lässt sich durch weitergehende Eingriffe auf bis zu 256MB erhöhen (FatSlug), allerdings ist dieser Eingriff nicht ohne tiefergehende Elektronikfähigkeiten möglich. Ein englischssprachiges Howto dazu existiert. Ein deutschschpachiges, vielleicht auch für nicht Elektroniker wäre wünschenswert.
Die Peripherie wird über die USB-Anschlüsse angeschlossen. Es können standardmäßig zwei USB2-Geräte angeschlossen werden.
Der Stromverbrauch einer NSLU2 liegt selbst unter Vollast unter 20 Watt. Wird das Betriebssystem auf einem USB-Flashstick installiert, ist keinerlei Geräuschentwicklung vorhanden, da die Nslu2 keinen Lüfter benötigt.
Features
Werksseitig ist als Betriebssystem ein embedded Linux mit einem SMB-Server installiert. Die Administration erfolgt über eine Weboberfläche.
Mehr Möglichkeiten können durch Installation eines alternativen Linux erreicht werden. So kann dann die NSLU2 als:
- Mailserver
- SMB-Server (Samba/Windows-Fileserver)
- NFS-Server
- VPN-Server
- Telefonanlage (asterisk)
- Webserver, (Apache u. lighttpd mit PHP,Virtual Hosts, fastcgi, HTTPS ....
- FTP(s)-Server
- DHCP-Server
- Name-Server
- LDAP-Server
- Wiki-Server (zb. dieses Wiki funktioniert auf diesem Server)
- mysql-Server
- SSH, Telnet, TFTP, NTP, perl, phyton, mc usw.
Auch besteht dann die Möglichkeit, durch Nutzung eines USB-Hubs weitere Peripherie wie Drucker, Webcams, Tastaturen, Festplatten, etc. anzuschließen. Diese Serverlösung hat auch den Vorteil, besonders wenig Strom zu verbrauchen.
Als Übertragungsraten sind für die Nslu2 trotz der 100Mbit-Karte ca. 3-5MByte/sec. typisch. Abhängig sind die Leistungsdaten auch vom benutzen Filesystem, besonders bei Verwendung eines nicht gepufferten USB-Sticks.
Linux-Varianten für die NSLU2
Nachfolgend eine kurze Übersicht über die möglichen Linuxe:
Unslung
Distribution, speziell auf die NSLU2 zugeschnitten. Das Update erfolgt über die Weboberfläche, diese bleibt auch nach dem Update erhalten. Nach dem Update ist ein Formatieren der angeschlossenen Festplatte zwingend erforderlich. Mittels „unslung“ werden danach Teile des Systems auf die angeschlossene Festplatte oder den angeschlossenen USB-Stick installiert. Der Vorteil von unslung ist, dass die Weboberfläche erhalten bleibt und damit die Grundkonfiguration einfacher ist. Vom System her unterscheiden sich jedoch u. a. die Shell und die Befehle zum Systemupdate von Debian.
Debianslug und Openslug
Debian basierende Linuxvarianten für die NSLU2. Nach der Übertragung des Systems auf die Slug werden durch „bootstraping“ weitere Systembestandteile auf die angeschlossene Festplatte / den USB-Stick installiert. Es liegt danach ein vollwertiges Debian-System vor, mit einer Bash und sämtlichen möglichen Debian-Paketen. Die Debianinstallation ist zwischenzeitlich sehr einfach geworden. Ein Grossteil der hier vorliegenden Howtos befasst sich mit Debian.
Als Nebenvariante hiervon gibt es noch µslugC (uslugC) welche die µlibC verwendet. Durch Verwendung des thumb-target Modells verbleibt viel freies onboard flash mem für Applikationen bei verringertem Funktionsumfang der Bibliothek. Die Benutzerbasis dieser Variante ist eher gering.
Gentoo
Gentoo basierende Linuxvariante für die NSLU2. Es können sämtliche Pakete von Gentoo genutzt werden.
